Folgeverbundwerkzeuge
Folgeverbundwerkzeuge dienen der schrittweisen Umformung und Bearbeitung von Blechbauteilen in einem kontinuierlichen Prozess. Dabei durchläuft ein Blechstreifen mehrere Stationen innerhalb eines Werkzeugs, in denen nacheinander Arbeitsschritte wie Schneiden, Biegen, Prägen oder Tiefziehen durchgeführt werden. Der Einsatz von Folgeverbundwerkzeugen ermöglicht eine hochpräzise, wirtschaftliche und automatisierte Serienfertigung komplexer Bauteile – etwa für Strukturkomponenten im Karosseriebau oder Halterungen in Abgasanlagen.
Bearbeitungsverfahren im Folgeverbund:
- Schneiden: Trennung des Materials durch Matrize und Schneidstempel, z. B. zur Konturgebung oder Lochung.
- Biegen: Umformung von Flächen oder Kanten zur Herstellung von Winkeln oder Profilen.
- Prägen: Lokale Verformung zur Funktionsintegration oder Formstabilisierung.
- Tiefziehen: Ziehen des Blechs in eine Matrize zur Herstellung tiefer, rotationssymmetrischer oder komplexer Formen.
Werkzeugaufbau und -funktion:
- Mehrstufige Matrizen: Jede Station übernimmt eine definierte Umformaufgabe – vom Vorschneiden bis zur Endform.
- Streifenführung: Der Blechstreifen wird schrittweise durch das Werkzeug transportiert und positioniert.
- Automatisierter Hubmechanismus: Synchronisierte Bewegungen sorgen für exakte Wiederholgenauigkeit bei hohen Taktzahlen.
Vorteile des Folgeverbundverfahrens:
- Hohe Produktionsgeschwindigkeit bei gleichbleibender Qualität
- Minimierung von Materialverschnitt durch optimierte Streifenlayouts
- Kombination mehrerer Prozesse in einem Werkzeug reduziert Fertigungskosten und -zeit
Anwendungsbeispiel: In der Abgastechnik können Folgeverbundwerkzeuge Haltebleche mit integriertem Lochbild und Prägungen in einem einzigen Prozessschritt fertigen. Dadurch werden sowohl Montageaufwand als auch Bauteilgewicht reduziert.
